Tierverhaltensmedizin

Was ist Tierverhaltensmedizin?

Tierverhaltensmedizin ist ein spezialisiertes Fachgebiet der Tiermedizin, das sich mit dem Zusammenhang zwischen Verhalten und Gesundheit bei Tieren beschäftigt. Verhaltensprobleme bei Hunden und Katzen haben oftmals medizinische Ursachen.

Ziele der Tierverhaltensmedizin:

  • Diagnose von Verhaltensauffälligkeiten unter Berücksichtigung körperlicher und psychischer Faktoren
  • Therapie und Prävention von Problemen wie Angst, Aggression, Stress oder Zwangsstörungen
  • Ganzheitliche Betreuung: Kombination aus medizinischer Expertise und Verhaltenstherapie

Warum ist das wichtig?
Verhaltensauffälligkeiten sind oft ein Hinweis auf Schmerzen, hormonelle Störungen oder andere gesundheitliche Probleme. Eine rein verhaltenstherapeutische Behandlung ohne tierärztliche Untersuchung kann diese Ursachen übersehen.

Typische Themen in der Tierverhaltensmedizin:

  • Bei Hunden: Aggression, Angst, Stress, Zwangsstörungen, Unsauberkeit, Einfluss von Schilddrüse oder Kastration
  • Bei Katzen: Unsauberkeit, Angst, Aggression, Stress, Zwangsstörungen


Als Tierärztin für Verhaltensmedizin biete ich Ihnen eine fundierte Diagnostik und individuelle Therapie – vor Ort im Großraum München oder ortsunabhängig per Videosprechstunde und Telefonberatung.

Psychosomatik bei Hund und Katze – Wenn Körper und Seele zusammenwirken

Psychosomatik bedeutet, dass körperliche und seelische Prozesse eng miteinander verbunden sind. Bei Hunden und Katzen zeigt sich das oft in Form von Verhaltensauffälligkeiten, die durch körperliche Ursachen beeinflusst werden – oder umgekehrt.

Was bedeutet das konkret?

  • Stress und Angst können körperliche Symptome auslösen, wie Magen-Darm-Probleme, Hauterkrankungen oder chronische Schmerzen.
  • Körperliche Erkrankungen wie hormonelle Störungen, Schmerzen oder neurologische Probleme können das Verhalten verändern – etwa Aggression, Unsauberkeit oder Rückzug.

Warum ist das wichtig?
Eine rein verhaltenstherapeutische Behandlung greift zu kurz, wenn die Ursache medizinisch ist. In der Tierverhaltensmedizin betrachten wir Körper und Verhalten gemeinsam, um die eigentliche Ursache zu finden und ganzheitlich zu behandeln.

Typische Beispiele:

  • Hund: Schilddrüsenprobleme → Aggression oder Angst
  • Katze: chronischer Stress → Blasenentzündung (idiopathische Zystitis)
  • Beide: Schmerzen → Vermeidungsverhalten oder Aggression

Beispiel subklinische Hypothyreose beim Hund:

Die subklinische Hyperthyreose beim Hund ist eine Schilddrüsenunterfunktion, die oft unentdeckt bleibt, weil die klassischen körperlichen Symptome fehlen. Stattdessen zeigen sich häufig Verhaltensauffälligkeiten, die auf den ersten Blick nicht mit der Schilddrüse in Verbindung gebracht werden.

Typische Verhaltenssymptome bei subklinischer Hypothyreose:

  • Hyperaktivität, Nervosität und Hektik
  • Launenhaftes Verhalten
  • Geringe Stresstoleranz
  • Niedrige Frustrationstoleranz
  • Ängstlichkeit oder Aggression
  • Konzentrations- und Lernschwäche
  • Gelegentlich depressive Verstimmung


Diese Symptome werden oft als reine Erziehungsprobleme interpretiert. Tatsächlich können sie auf eine hormonelle Ursache hinweisen. Aber auch andere körperliche Ursachen können sowohl beim Hund als auch bei der Katze zu Verhaltensveränderungen führen. Eine tierärztliche Abklärung ist entscheidend, um die richtige Diagnose zu stellen und eine passende Therapie einzuleiten.